Aggression im Strassenverkehr: Polizei.news zeigt Risiken, Strafen und Auswege im Verkehr

DerToni, Markenbotschafter von Polizei.news, war am 10. Februar 2026 erneut auf Live-Fahrt unterwegs – diesmal mit einem Thema, das fast jeden Autofahrer betrifft: Aggressivität im Strassenverkehr.

Ausgangspunkt seiner Fahrt durchs Glarnerland Richtung Pfäffikon SZ war die Frage, ab wann aus vermeintlich „harmlosen“ Gesten wie Hupen oder Lichthupe ein echtes Sicherheitsrisiko wird – und welche rechtlichen Konsequenzen Betroffene in der Schweiz erwarten.

Was gilt als aggressives Fahrverhalten?

Im Livestream macht DerToni klar, dass aggressives Verhalten im Verkehr weit früher beginnt als bei Handgreiflichkeiten oder gar einer Schlägerei auf dem Pannenstreifen. Dazu zählen unter anderem dichtes Auffahren und Drängeln, unnötiges oder provokatives Hupen, Beschimpfungen, Gesten und Drohgebärden, absichtliches Ausbremsen oder Blockieren, Schneiden, das gezielte Verfolgen eines anderen Fahrzeugs oder das Aussteigen zur Konfrontation.


Beschimpfungen und provokative Gesten im Strassenverkehr gelten nicht als Bagatelle, sondern können rechtlich als Beleidigung oder Nötigung gewertet werden.

All diese Verhaltensweisen sind nach Schweizer Recht nicht nur schlechter Stil, sondern grundsätzlich verboten – auch dann, wenn es gar nicht zu einem Unfall kommt. Entscheidend ist das konkrete Fahrverhalten, das andere Verkehrsteilnehmer einschüchtert oder gefährdet.

DerToni erinnert daran, dass Lichthupe und Hupe nur zur Warnung oder Signalisierung in Gefahrensituationen eingesetzt werden dürfen. Wer sie nutzt, um zu provozieren, zu „erziehen“ oder andere zum Spurwechsel zu nötigen, riskiert eine Busse oder gar eine Anzeige. Dasselbe gilt für verbale Ausfälle und eindeutige Handzeichen: Diese können als Beleidigung und Nötigung gewertet werden.



Rechtliche Konsequenzen: Von der Ordnungsbusse bis zum Ausweisentzug

Anhand typischer Situationen erläutert DerToni, wie schnell aus einer spontanen Emotion ein teurer und langwieriger Fall werden kann. Dichtes Auffahren und Drängeln werden von der Polizei als Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer beurteilt; je nach Abstand, Tempo und Dauer kommt eine einfache oder grobe Verkehrsregelverletzung in Frage. Mögliche Folgen sind Ordnungsbussen im unteren Bereich, aber auch Anzeigen und – bei groben oder wiederholten Verstössen – ein Führerausweisentzug von mindestens drei Monaten.

Besonders heikel ist das absichtliche Ausbremsen oder Blockieren eines anderen Fahrzeugs. Derartige „Schikanestopps“ können den Tatbestand der Nötigung erfüllen, weil der nachfolgende Fahrer zum starken Bremsen bis hin zum Stillstand gezwungen wird. In solchen Fällen drohen Strafanzeigen, Geldstrafen in Tagessätzen oder sogar Freiheitsstrafen sowie eine längere Entzugsdauer des Führerausweises. „Wer ausbremst, spielt bewusst mit dem Leben anderer“, bringt es DerToni im Livestream auf den Punkt.

Wenig bekannt sei laut dem Polizei.news Markenbotschafter, dass das Strassenverkehrsamt auch unabhängig von einem rechtskräftigen Gerichtsurteil reagieren kann.

In der Praxis laufen oft zwei Verfahren parallel: ein Strafverfahren bei Polizei und Staatsanwaltschaft sowie ein Administrativverfahren beim Strassenverkehrsamt des Wohnkantons.

Auf Basis des Polizeirapports kann die Administrativbehörde bereits Verwarnungen aussprechen oder einen vorsorglichen Führerausweisentzug anordnen, noch bevor ein Urteil vorliegt.


Hupe und Lichthupe dürfen in der Schweiz nur zur Warnung in Gefahrensituationen eingesetzt werden. Wer sie zum Drängeln oder Provozieren nutzt, riskiert eine Busse oder Anzeige.

Deeskalation statt Eskalation

DerToni betont im Stream immer wieder, dass nicht nur der Auslöser, sondern auch die Reaktion entscheidend ist. Wer sich provozieren lässt und mit gleicher Münze zurückzahlt, etwa mit eigener Lichthupe, Hupen oder Beschimpfungen, unterscheidet sich rein rechtlich nicht von dem ursprünglichen Provokateur.

Seine Empfehlung: Den Abstand vergrössern, auf Provokationen nicht eingehen, den Blick abwenden und die Situation auf diese Weise bewusst deeskalieren. Wer sich verfolgt fühlt oder Angst hat, weil ein anderer Fahrer aussteigt und die Konfrontation sucht, sollte sofort die Polizei alarmieren, anstatt selbst das Risiko einer Eskalation einzugehen.

DerToni verweist ausserdem auf den gesunden Menschenverstand und die persönliche Verantwortung jedes einzelnen Lenkers. Gesetze seien nicht dazu da, das Denken zu ersetzen, sondern den Rahmen zu setzen. Mündige Verkehrsteilnehmer seien verpflichtet, sich selbst und andere zu schützen, Rücksicht zu nehmen und Fehler anderer nicht zum Anlass für eigene Regelverstösse zu machen. Aggressivität bringe im Strassenverkehr keinen Vorteil – nur Bussen, Anzeigen und langwierige Verfahren.

Dashcams, Videos und Persönlichkeitsrechte

Im Livestream geht DerToni auch auf die Frage ein, was mit Dashcam-Aufnahmen oder Handyvideos passiert, wenn gefährliche Manöver festgehalten werden. Grundsätzlich gelte: Wer eine Fahrt filmt, soll sich auf die Strasse und die Verhältnisse konzentrieren, nicht auf Gesichter oder Nummernschilder. Werden Personen oder Kennzeichen gezielt und ohne Anlass aufgenommen, kann das Persönlichkeitsrechte verletzen.

Anders sieht es aus, wenn ein anderer Verkehrsteilnehmer grob verkehrsgefährdendes Verhalten zeigt und dieses zufällig oder gezielt dokumentiert wird. In solchen Fällen können Aufnahmen der Polizei übergeben und als Beweismittel genutzt werden, etwa bei besonders riskanten Überholmanövern, massiven Drängelaktionen oder absichtlichem Ausbremsen. Wer dagegen nur einen kleinen alltäglichen Fahrfehler beobachtet, ohne Gefährdung oder Absicht, sollte nicht reflexartig zur Kamera greifen, sondern gelassen bleiben.


Dashcams sollen das Verkehrsgeschehen dokumentieren, nicht gezielt Kennzeichen oder Personen erfassen.

Polizei.news will sensibilisieren

Zum Schluss des Livestreams schlägt DerToni den Bogen zum redaktionellen Alltag von Polizei.news: Täglich berichtet die Redaktion über Unfälle, Verkehrsdelikte und laufende Polizeieinsätze. Mit den Live-Fahrten soll dieses Angebot ergänzt werden – mit einem klar präventiven Ansatz.

Gleichzeitig nutzt DerToni den Moment, um auf die bevorstehende Wetterentwicklung hinzuweisen. In den Bergen steigt die Lawinengefahr – ein Thema, das in den kommenden Tagen ebenfalls in den Livestreams aufgegriffen wird.

DerToni, der vielen Zuschauern auch als „SchneeToni“ bekannt ist, kündigt an, weiterhin täglich ein sicherheitsrelevantes Thema aus der Praxis aufzugreifen. Aggressives Fahrverhalten, so seine Botschaft, ist kein „Ventil“ für Frust, sondern ein reales Risiko – für alle, die sich die Strasse teilen. Wer ruhig bleibt, Abstand hält und Verantwortung übernimmt, kann viel dazu beitragen, dass es gar nicht erst zu gefährlichen Situationen kommt.




 

Quelle: DerToni/Polizei.news
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